Underground Art

In Münchner U-Bahnhöfen steckt viel mehr, als man denkt


Dass München eine rege Kunstszene hat, ist bekannt. Aber sogar vor einigen U-Bahnhöfen macht die Kunstszene nicht halt. Mit QUIVID hat die Stadt ein Kunst-am-Bau-Programm, dessen Projekte auch im öffentlichen Raum zu finden sind.

Georg-Brauchle-Ring

U1 • Eröffnet im Jahr 2003

Der wohl eindrucksvollste U-Bahnhof in München wurde vom Künstler Franz Ackermann mit dem Titel „Die große Reise“ gestaltet. Dabei wurden neben farbigen Elementen Motive aus der Umgebung, aber auch anderer Metropolen wie Berlin und New York verwendet. Der Künstler erhielt für die Gestaltung im Jahr 2005 den mfi Preis „Kunst am Bau“. Ackermann verwendete neben farbigen Kontrasten polierten Edelstahl für die Decke, durch dessen Spiegelung der U-Bahnhof eine beeindruckende Höhe gewinnt.

Moosacher St.-Martins-Platz

U3 • Eröffnet im Jahr 2010

Die Hintergleiswände des säulenlosen Bahnhofs sind mit 76.200 Einzelfotos des japanischen Künstlers Masayuki Akiyoshi verziert. Mit seiner Arbeit „Forst“ konnte er den ausgelobten Kunstwettbewerb gewinnen. Sämtliche verwendeten Bilder wurden in Moosach aufgenommen und sind chronologisch angeordnet. So ergibt sich durch den Wechsel der Jahreszeiten ein natürlicher Farbverlauf. Die Fotostrecke wird durch eigens entwickelte Pendelleuchten ergänzt.

Garching

U6 • Eröffnet im Jahr 2006

Die U-Bahnstation der Nachbarstadt Garching wurde mit Bildern der Garchinger Künstler Jürgen Pichler sowie Liselotte und Ralf Hanrieder ausgestattet. Die Stadtfarben weiß, rot und grün dominieren die Bahnhofsgestaltung. Die Künstler sind in der Region vor allem wegen ihrer beeindruckenden Installationen und Grafiken bekannt.

Olympia-Einkaufzentrum

U1 / U3 • Eröffnet im Jahr 2007

Mit der Planung des Innenausbaus wurde das Münchner Büro Betz Architekten betraut. Sie hatten die Idee, die Wandflächen mit plastisch geformten Blechen zu gestalten. Die mit hunderten pyramidenförmigen Edelstahlelementen verkleideten Wände, die blau gestrichene Decke, die ellipsoide Beleuchtung und die orangen Treppen und Geländer ergeben eine besonders aufregende und mystische Kombination. Einen zusätzlichen Blickfang bildet die von Professor Olaf Metzel mit einem umlaufenden Band von Autobahnleitplanken verkleidete Säulenreihe in der Schalterhalle.

Candidplatz

U1 • Eröffnet im Jahr 1997

Das Baureferat der Stadt München plante in Kooperation mit dem Architekturbüro Egon Konrad und den Gestaltern R. Knoll und A. Wagner die Station in Untergiesing, welche auf dem Titelfoto dieses Abschnitts zu sehen ist. Der in einer Kurve liegende Bahnsteig ist komplett in einem regenbogenartigen Farbverlauf gestaltet und damit einer der buntesten in München. Die ungewöhnliche Deckenform entstand durch einen darüber liegenden Abwasserkanal, dessen Form kurzerhand zum Stilmittel gemacht und integriert wurde.

Moosach

U3 • Eröffnet im Jahr 2010

Die Gestaltung der Endhaltestelle Moosach übernahm der Fotokünstler Martin Fengel. Er sieht den Stadtteil als grüne Schnittstelle zwischen Stadt und Umland. Es gibt in der Gegend noch heute viele Gärtnereien. Die verwendeten Pflanzenmotive sind alle in Moosach beheimatet und wurden durch makroskopische Vergrößerung zu beeindruckenden 7,80 Meter großen Motiven.

Westfriedhof

U1 • Eröffnet im Jahr 1998

Ihr Lichtkonzept verdankt diese Station dem deutschen Industriedesigner Ingo Maurer. Mit dem Einsatz von elf Megalampen hat er eines der beliebtesten U-Bahn-Fotomotive gestaltet, das nicht nur bei vielen Werbeagenturen besonders beliebt ist. Auch in der Modeszene findet man Maurers Lichtkonzepte wieder. So hat er beispielsweise den Showroom und die Modenschau von Designerlegende Issey Miyake illuminiert.


Tipp

Umfassende Informationen zur Münchner Kunst-U-Bahn finden Sie unter anderem auf folgenden Webseiten:

www.muenchnerubahn.de

www.quivid.de